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Später ging's noch weiter...
As time goes by....
Irgendwie fiel mir Anfang 2014 in Sachen Pressluftwaffen nichts wirklich Neues mehr ein. Da würdet Ihr sicher empfehlen: "Mach doch mal eine Pause". Aus dem Gedanken "Wenn ich schon Rücken habe, sollen sich wenigstens andere bewegen" und angeregt durch den Casablanca-Song etablierte sich das Thema "As time goes by und andere Beweglichkeiten".

Ferien von der Pressluft also: Aus (Sperr-)holz, diversem Schrott vom Hof und Werkstattresten entstanden so einige Uhren und andere bewegte Objekte. Fachleute mögen mir den Mangel sowohl an Expertise als auch an Fachbegriffen nachsehen. Als Dilettant im besten Wortsinn habe ich also einfach mal losgewerkelt.

April 2015 - As Time goes by #11
Und weiter geht's elektrisch. Na ja, ob die Welt wirklich auf meine elekrifizierte Ocean Drum gewartet hat, kann ich Euch auch nicht sagen. Jedenfalls hat mir die Konstruktion aus einer alten Trommel des örtlichen Trommlercorps, hundert Gramm 2mm Bleischrot, einigen Rollen und Schnüren sowie einem Getriebemotor mit einigen Zahnrädern großen Spaß gemacht. Das Getriebe besteht übrigens aus zwei unrunden Zahnrädern (hier kann ich GEARIFY von Michael Valle wirklich sehr empfehlen) zur Variation der Drehgeschwindigkeit zwischen 3 U/Min und 6 U/min sowie zwei weiteren runden Zahnrädern (10 und 11 Zähne, wer's nicht kennt: WWW.GEARGENERATOR.COM) zur Winkelvariation der Geschwindigkeitänderung.







Februar 2015 - As Time goes by #10
Wie Ihr Eure Tiere, versorge ich nun täglich nach dem Frühstück meine Uhren, bringe die Gewichte in Stellung und regle den Gang. Da wollte ich doch auch mal etwas Pflegeleichtes basteln. #10 erhielt deshalb einen Elektroantrieb. Jede halbe Minute zupft eine kleine Spule am vergleichsweise schweren Meterpendel und hält es in Schwung. Dafür sorgt ein mechanischer Schalter, der bei abnehmender Pendelampitude die Spule für etwa 0,2 Sekunden aktiviert. Ein vom Pendel angetriebenes Sperrrad stellt das (leicht reibungsgehemmte) Stundenrad (60 Zähne) je Minute um einen Zahn weiter. Wie gehabt, folgt darauf eine kleine 3 x 4 Übersetzung zum Antrieb der Zeiger (Gangabweichung eine Minute pro Woche). Dieses einfache, aber elegante Teil tickt nun zuverlässig seit zwei Monaten.



 






Januar 2015 - As Time goes by #9
Die "Flying Pendulum Hemmung" für Uhren wurde 1883 von Clausen und Slafter in den USA erfunden. Damals war das sicher ein ernsthafter Gedanke. Heute mutet uns diese Idee eher kauzig an. Meine 60 cm Version auf dem Dachgebälk vor meiner Wohnung braucht eine Minute für einen Umlauf und ist stets emsig in Bewegung. Die Gewichte zerren für 36 Stunden an dem kleinen Getriebe, so daß auch noch die Zeit angezeigt wird (Gangabweichung einige Minuten pro Tag). Überraschenderweise hält der Faden (0,2mm Dyneema) auch nach nunmehr einigen Monaten Laufzeit immer noch.

 


 






November 2014 - As Time goes by #8
Na ja, fliegen kann er natürlich nicht, aber mir gefällt die elegante, fließende Bewegung meines "Adlers". Was sagt Ihr ? - Aus Multiplex und Messingblech entstand mein König der Lüfte mit einer Spannweite von 80 cm (Ist dann wohl doch eher nur ein Falke). Ein Gewicht wirkt für eine Umdrehung auf das "Schwungrad" aus Hantelscheiben (Die sind übrigens inzwischen sowas wie eine Allzweckwaffe geworden) und bringt es auf Drehzahl. Ein mechanischer Fliehkraftschalter paßt auf, wann wieder ein wenig Antrieb fällig wird und gibt dann die Gewichtskraft für eine Umdrehung frei. Das Ganze bewegt sich etwa fünf Minuten.

 


 






Oktober 2014 - As Time goes by #7
Auf einer meiner Reisen durch die Cyberworld fielen mir die Kinetic Sculptures von David C. Roy auf. Eines seiner Werke habe ich hier nachempfunden ("SOLO"). Der Künstler wird mir dies sicher nachsehen, da ich keine kommerziellen Interessen verfolge. Vielmehr ist meine Interpretation Ausdruck meiner hohen Wertschätzung seiner Arbeiten. "SOLEmio" ist aus Sperrholz und Eisenschrott, hat einen Kreisdurchmesser von etwa 80 cm und wird von einem "Federmotor" angetrieben, bei dem es sich in Wirklichkeit um einen Rolladengurtwickler für äußerst kleines Geld handelt. Der gibt dem Ganzen immer mal wieder einen kleinen Schups und hält die Dinge für ca. eine Stunde in Bewegung. Obwohl ich versucht habe, aus dem Originalvideo von Mr. Roy den Mechanismus zu entziffern, ist mir dies nicht ganz gelungen, so daß meine Lösung nun eigene Ideen enthält. Übergewicht, Sperrklinken und Rutschkupplung sind hier die Stichworte. Die Sportlichen unter Euch können ja mal nachdenken, wie es funktioniert......

 






September 2014 - As Time goes by #6
Und nun zur Entdeckung des Gipfels der Langsamkeit: Das hundert Jahre alte Zehnkilotransmissionsrad habe ich als "Unruhe" im Dachstuhl montiert. Es wird von der "Wanduhr" über Wippe und Schnurverbindung (0,1 mm Dyneema Angelschnur, kaum sichtbar) angetrieben. Dabei schwingt es in 30 Sekunden einmal hin und her. Das Stundenrad ist mit einer Fahrradnabe einschließlich Freilauf ausgestattet und wird von einer 10 Kg Hantelscheibe über ein 1,5mm Stahlseil für etwa 36 Stunden bewegt. Das Hemmungsrad wirkt auf den Mechanismus der Wippe (im zweiten Video dargestellt), die wiederum mittels Schnurverbindung das Transmissionsrad in Schwingung versetzt. Über das Gewicht des Messingeimerchens an der Wippe läßt sich der Gang in gewissen Grenzen einstellen. Besonders während der Nacht entsteht durch die Beleuchtung ein reizvolles Schattenspiel (Video drei).

Natürlich ergibt sich in diesem Fall eine noch höhere Gangabweichung (10 Minuten pro Tag, abhängig auch von Wind und Wetter). Der Reiz besteht für mich in der permanenten extrem langsamen Schwingung über den gesamten Tag.


 








August 2014 - As Time goes by #5
Bei #5 ging es mir um eine möglichst kompakte Anordnung auf quasi einer Achse, die eine Zweikilohantelscheibe als "Unruhe" (6 Sekunden pro Schwingung), das Hemmungsrad mit 30 Stiften, das diesmal zweistufige Stundengetriebe sowie das Zeigergetriebe aufnimmt.

Wie bei #3 und #4 beträgt auch hier die Gangabweichung einige Minuten pro Tag bei einer Laufzeit von 12 Stunden. Die kleinen Messingtriebe sind übrigens "handgeschnitzt" und die Zeiger aus Olive Maser.


 






Juli 2014 - As Time goes by #4
Die Entdeckung der Langsamkeit hat mich fasziniert und ließ sich noch steigern: #4 braucht zehn Sekunden für eine ganze Schwingung. Als "Unruhe" habe ich diesmal ein altes Zehnkilokettenrad aus dem Kieswerk (Durchmesser 43 cm) mit eingeschweißter Diamanttrennscheibe benutzt. Das Hemmungsrad ist aus 12mm Multiplex, ausgestattet mit 30 Dartspitzen und dreht sich deshalb einmal in sechs Minuten. Einmal untersetzt mit 10:1 (Zahnrad aus 12mm Multiplex mit 60 Zähnen auf Fahrradnabe / Trieb mit 6 Messingstiften) ist die Stunde erreicht. Ein kleines Vorhängegetriebe mit Zeigern aus Messingblech und ein Gußwaschmaschinengewicht als Fahrgestell komplettieren das Ganze. Die Metallteile habe ich in meiner "Motorradfarbe" lackiert.

Wie bei #3 beträgt die Gangabweichung einige Minuten pro Tag bei einer Laufzeit von 12 Stunden. Auch #4 ist zum Anschauen und "Meditieren" gedacht.

Die Antriebsschnur besteht in diesem Fall aus einem 1.5mm Nylonmähfaden. Verlauf und Funktion ist demjenigen bei #3 vergleichbar. Die Herstellung der Hemmräder macht übrigens wenig Schwierigkeiten: Nach dem Zeichnen, Aussägen und Schleifen werden rundherum 5mm Sacklöcher gebohrt (natürlich so genau wie irgend möglich) und mit 6mm Gewinde versehen. Die Softdartspitzen könnt Ihr dann einschrauben und seid fertig.


 






Mai 2014 - As Time goes by #3
Die Entdeckung der Langsamkeit: #3 "tickt" nur alle drei Sekunden einmal. Die Zweikilohantelscheibe als "Unruhe" braucht sechs Sekunden für eine volle Schwingung. Das Hemmungsrad aus 6mm Multiplex, ausgestattet mit 40 Dartspitzen, dreht sich daher nur einmal in vier Minuten. Einmal untersetzt mit 15:1 (Zahnrad aus 12mm Multiplex mit 75 Zähnen auf Fahrradnabe / Trieb mit 5 Messingstiften) ist so bereits die Stunde erreicht. Ein kleines Vorhängegetriebe aus Messingblech bewegt die Zeiger aus Nußbaum Maserholz. Das Ganze ist auf einem Fahrgestell aus Schrottteilen montiert.

Natürlich seht Ihr hier keine Uhr mit hoher Ganggenauigkeit (Laufzeit 12 Stunden, bis zu einige Minuten Abweichung pro Tag), sondern eher ein schönes Objekt zum Anschauen und beruhigenden Nachsinnen. Mir jedenfalls gefällt's.

Zur Herstellung der Messingzahnräder könnt Ihr übrigens das 1mm Messingblech auf 6mm Sperrholz kleben (doppelseitiges Klebeband) und darauf dann die Papierzeichnung. Das Ganze läßt sich wunderbar mit einer einfachen Dekupiersäge bearbeiten. Für die Oberflächenbehandlung der gesägten Multiplexzahnräder habe ich eine Mischung aus 50% dunkler Holzbeize und 50% Weißleim verwendet. Nach zweimaligem Auftrag sanft gebürstet, kommt so ein schöner Seidenglanz zustande. Die Nylonschnur (1mm Dekoschnur) des Antriebs aus Gewicht und Gegengewicht verläuft mit einem Umschlingungswinkel von 450° über die nicht weiter bearbeitete Nabe des Stundenrades. Ohne Freilauf / Sperrklinge ist so eine zuverlässige und vollkommen schlupffreie Funktion gewährleistet.


 






März 2014 - As Time goes by #2
Die "Turmuhr" seht Ihr in luftiger Höhe (5 Meter) im überdachten Raum vor meiner Wohnungstür. Für die Pendellinse und die Gewichte habe ich Hantelscheiben verwendet. Der einmal übersetzte Antrieb sorgt für ca 4 Tage Laufzeit. Natürlich könntet Ihr einwenden, für den Fall, daß die Uhr nachgestellt werden müßte, wäre wohl der Einsatz einer Leiter notwendig. Da hättet Ihr dann wohl Recht. Zum Glück ist auch hier die Ganggenauigkeit ganz gut (+-2 Minuten / Woche). Übigens habe ich hier erstmalig Dart-Schraubspitzen aus Kunststoff als Stifte für das Hemmungsrad verwendet. Das funktioniert wunderbar und erstaunlicherweise ist eine Abnutzung auch nach jetzt einem Jahr kaum feststellbar.

 


 


 






Februar 2014 - As Time goes by #1

Hier sehr Ihr den ersten Versuch mit
- Sekundenpendel (ca. 1 Meter)
- Minutenhemmungsrad mit 30 Stiften aus Kunststoff,
- kugelgelagerten, gebeizten Zahnrädern aus 6mm Multiplex,
- Fahrgestell aus Bongassi,
- angetrieben durch Gewicht mit Gegengewicht,
- einer Laufzeit von ca. 12 Stunden,
- vorgehängtem Ziffernblatt mit unkonventionellem Stundengetriebe.

Wie Ihr im Video seht, hüpft das Hemmungsrad im Gang wie ein Frosch, weil die Kunststoffstifte auf dünnen Federstahl treffen. Allerdings wird dadurch der Gang vergleichsweile leise. Trotz des einfachen Aufbaus überrascht mich die Ganggenauigkeit. Nach sorgfältigem Einstellen der Pendellänge erreicht #1 etwa +- 1 Minute pro Woche. So schlecht ist das doch nicht, oder ?


 


 

Januar 2014 - As Time goes by #0
Quasi als logischer Übergang von der Schießerei zu den kinetischen Spielereien entstand diese "Murmelbahn". Die Besonderheit hier ist der "Aufzug", im wesentlichen ein auf Glasmurmeln angepaßter Repetier- und (Feder-) schußmechanismus, der über ein Hebezahnrad bedient wird. Die Pausenbecher sind übrigens aus den Oberteilen von Mineralwasserflaschen gemacht.

 






Später ging's noch weiter...